Einführung in das TCP/IP-Protokoll und das Internet mit Hinweisen der Gegebenheiten am LRZ:
Internetdienste im Münchner Hochschulnetz.



o1.Grundlagen


o2.Anwendungen

  •  2.1 World-Wide Web (WWW)
      Das World-Wide Web (WWW) ist die populärste Anwendung im Internet. Es ermöglicht auf kinderleichte Art und Weise das Entdecken von interessanten Informationen aller Art, was oft als Internet-Surfen bezeichnet wird. Das WWW wurde am CERN (dem Europäischen Kernforschungszentrum in Genf) entwickelt und basiert auf einer Technologie namens Hypertext. Im Hypertext wird die Information so präsentiert, daß bestimmte (Schlüssel-)wörter eines Textes zu weiterer Information expandiert werden können. Die Benutzer von MS-Windows kennen diesen Mechanismus von den üblichen Windows-Hilfe-Dateien.

      Das WWW ist aber nicht nur ein weiterer verbesserter Informationsservice wie Gopher (s.u.) , sondern auch der Versuch, die gesamte Information im Internet zusammenzufassen und über ein einziges Benutzerinterface zugänglich zu machen. Dazu existieren verschiedene Programme ("Browser" genannt), die das WWW verfügbar machen. An den Workstations des LRZ wird durch Eingabe von netscape ein solcher Browser gestartet. Was man per Voreinstellung dann präsentiert bekommt, ist die Homepage des LRZ-WWW-Servers. Die ausgewählten Wörter sind blau dargestellt und können per Mausklick expandiert werden. Damit beginnt die Reise durch das WWW.

      Auf dieser Reise begegnen Sie unter Umständen recht unterschiedlichen Quellen des Internet (FTP, News, Telnet, Gopher ...). WWW ist dabei aber höchst flexibel und kann Ihnen sowohl einen FTP-Server als auch einen Telnet-Zugang, einen News-Reader oder weiteres immer sehr komfortabel präsentieren, so daß es für viele Nutzer nur noch dieses einzige Tool gibt, um im Internet zu recherchieren.

      Da man auf Anhieb nicht weiß, wie ein Wort, das man anklickt expandiert wird, kann es sein, daß hinter dem Wort eine große Menge an (z.B. grafischer) Information liegt, die über eine sehr "dünne" Leitung transportiert werden muß, weil das Ziel z.B. sehr weit weg liegt. Dies erkennt man in der untersten Zeile des Anzeigefensters. Wenn man also bemerkt, daß der Transport der Information wahrscheinlich den Aufwand nicht lohnt, so empfiehlt es sich, die Verbindung abzubrechen, indem man mit der Maus auf den roten Knopf rechts in der Buttonleiste klickt. Auf diese Weise läßt sich die wertvolle Resource WAN-Anschluß schonen.

      Oft hat man schon eine recht große Anzahl an Bildschirmen und WWW-Schritten hinter sich, bis man an der gewünschten Stelle oder interessanter Information angekommen ist. Um sich einen relativ langen oder umständlichen Weg bis zu dieser Stelle ein zweites Mal zu ersparen, kann man solche Stellen im WWW in der persönlichen "Hotlist" eintragen.

      Ein weiteres Merkmal des WWW ist die Schreiboption. Damit ist es möglich, Bestellscheine von Bibliotheken auszufüllen oder Anmeldungen für Konferenzen, über die mit dem WWW-Server vorab informiert wird.

      Auch für PCs unter Windows empfehlen wir als WWW-Browser Netscape einzusetzen.

      Sie finden weitere vielfältige Informationen über das World Wide Web und den Betrieb des LRZ-WWW-Servers unter /services/netzdienste/www/.

      Zum Inhaltsverzeichnis.

    • FTP
    • 2.2.1 FTP mit authorisiertem login

      Mit diesem Protokoll können Dateien zwischen dem eigenen System und einem fremden ausgetauscht, gelöscht und umbenannt werden. Weiterhin können der Arbeitskatalog geändert und Inhaltsverzeichnisse übertragen werden. Die möglichen Kommandos innerhalb eines Zeilen-orientierten FTP-Programms erhält man, indem FTP ohne Parameter aufgerufen und anschließend das Kommando 'help' abgesetzt wird. Der Filetransfer zwischen der Sun1 und einem PC sieht dann in etwa so aus:
       
       PC-Prompt>ftp sun1.lrz-muenchen.de                                   
       Connected to sun1.lrz-muenchen.de                                    
       220 sun1 FTP server (SunOS 4.1) ready.                               
       Name (sun1:a2824aa):                                                 
       331 Password required for a2824aa.                                   
       Password:  (Passwordeingabe)                                         
       230 User a2824aa logged in.                                          
       ftp> (ab hier ftp-Kommandos)                                      
       ftp>pwd                                                           
       257 "/AM/homesys/home2/a/a2824aa" is current directory               
       (Homedirectory ist das voreingestellte Directory!)                   
       ftp>lpwd                                                          
       The current local directory is C:\TCPIP                              
       ftp>dir                                                           
       drwx------  2 a2824aa  a2824aa       512 Mar 30 09:27 .elm           
       -rw-r-----  1 a2824aa  a2824aa        29 Aug  5  1992 .forward       
       -rw-r--r--  1 a2824aa  a2824aa         0 Apr 14 16:34 .gopherrc      
       drwxr-x---  2 a2824aa  a2824aa       512 Mar 30  1992 .nn            
        ...                                                                 
       drwxr-x---  2 a2824aa  a2824aa       512 Mar 29  1992 rfc            
       -rw-r-----  1 a2824aa  a2824aa      3359 Dec  9 15:20 yoda           
       -rw-r--r--  1 a2824aa  a2824aa        81 Nov  6  1991 zeilen         
       Transferred 2367 bytes in 1 seconds (18936 bits/sec, 2367            
                               bytes/sec)                                   
       226 Transfer complete.                                               
       ftp>cd rfc                                                        
       250 CWD command okay:  current directory is "rfc".                   
       ftp>dir                                                           
       -rw-r--r--  1 2836     1005         9786 Mar 14  1989 rfc980         
       -rw-r--r--  1 2836     1005        20431 Mar 14  1989 rfc983.Z       
            .                                                               
            .                                                               
       Transferred 1462 bytes in 1 seconds (11696 bits/sec, 1462            
                               bytes/sec)                                   
       226 Transfer complete.                                              
       ftp>get rfc980       (Sun1 -> PC)                              
       local file (default rfc980):\huhu                                    
       Transferred 9850 bytes in 1 seconds (78800 bits/sec,                 
                                                     9850  bytes/sec)         
       226 Transfer complete.                                               
       ftp>ldir \                                                        
       .........                                                            
       .........    HUHU (unter allen angegebenen Files ist auch das        
                       unter dem  Namen 'HUHU' abgelegte File rfc980)       
       ftp>put \huhu                                     (PC -> Sun1)       
       foreign file (default huhu):rfc980a                                  
       Transferred 9850 bytes in 1 seconds (78800 bits/sec,                 
                                                  9850 bytes/sec)           
       226 Transfer complete.                                               
       ftp>dir                                                              
       -rw-r--r--  1 2836     1005         9786 Mar 14  1989 rfc980         
       -rw-r--r--  1 2836     1005         9786 Mar 14  1989 rfc980a        
       -rw-r--r--  1 2836     1005        20431 Mar 14  1989 rfc983.Z       
            .                                                               
            .                                                               
       Transferred 1525 bytes in 2 seconds (6100 bits/sec,                  
                                                  763 bytes/sec)            
       226 Transfer complete.                                                                                              
       ftp>quit                                                           
       PC-Prompt>                                                        

      Wie im obigen Beispiel gezeigt, ist beim Login in die Sun1 $HOME das voreingestellte Verzeichnis. Bei den Befehlen 'put' und 'get' kann als zweiter Parameter sofort das gewünschte Zielverzeichnis und der neue Dateiname angegeben werden. Geschieht dies nicht, fragt das Programm nach. Der Default ist, daß das zu sendende File am Zielsystem im momentanen Arbeitsverzeichnis unter demselben Namen abgelegt wird, wie er auch im absendenden System lautet. Es ist zu unterscheiden, ob eine Datei im ASCII-Format übertragen werden soll (dann wird die Datei eventuell verändert, um den unterschiedlichen ASCII-Darstellungen auf verschiedenen Maschinen gerecht zu werden) oder binär (d.h. bit-identisch). Letzteres wird z.B. benötigt, wenn kompilierte, lauffähige Programme oder komprimierte Dateien übertragen werden sollen (z.B. .exe- oder .zip-Dateien für PCs).

      Auch mit dem WWW-Browser Netscape kann der FTP-Dateitransfer in beiden Richtungen durchgeführt werden. Zum Anmelden gibt man in der Locationzeile die URL in einer der beide folgenden Formen an:
       

        ftp://kennung:passwort@rechnername
        ftp://kennung@rechnername
      Bei der 2.Form wird das Paßwort in einem extra Fenster abgefragt. Dies hat den Vorteil, daß es nicht sichtbar in der Locationzeile steht. Ein Transfer in Richtung des entfernten Rechners kann nun durch Aufruf des Menüs File -> Upload File ... durchgeführt werden.

      Zum Inhaltsverzeichnis.

    • 2.2.2 FTP mit anonymem Login (aFTP)

      Innerhalb des Internets gibt es Server (aFTP-Server), die Teile ihres Dateisystems der Öffentlichkeit im Internet zum Lesen und Kopieren zur Verfügung stellen. Diese Verzeichnisse enthalten Public-Domain- bzw. Shareware-Software und andere mehr oder weniger interessante Dokumente (z.B. Pläne, Bilder, Texte). In der Regel hat jeder Zugriff unter dem Benutzernamen anonymous oder ftp und Paßwort <eigene Mailadresse>.

      Manche FTP-Server wie ftp.leo.org erlauben den Zugriff allerdings nur nach einer Identifikation des anfragenden Rechners, indem sie versuchen, der IP-Adresse einen Domain-Namen zuzuordnen. Dies gelingt nur, wenn der Rechner mit sogenanntem Reverse Mapping im zuständigen Nameserver (siehe 1.2.3) eingetragen ist.

      Viele Software-Pakete sind auf mehreren Servern abgelegt, es sollte möglichst immer der nächstgelegene Server genutzt werden. Zuerst sollten also die lokalen ftp-Server nach den benötigten Dateien durchsucht werden:

      Folgende größere aFTP-Server existieren im MHN:
       

      ftp.lrz-muenchen.de
      ftp.informatik.tu-muenchen.de
      ftp.informatik.uni-muenchen.de
      ftp.e-technik.tu-muenchen.de
      ftp.leo.org
       
      Generell gilt für alle Datentransfers von außerhalb des LRZ, daß Dateien von mehr als 1 MByte häufig problematisch sind. Der Grund liegt in der existierenden hohen Netzlast bei den zur Zeit verwendeten Leitungen. Größere Datenmengen sollten deshalb in den frühen Morgenstunden transferiert werden, da die größte Auslastung nachmittags in Deutschland und abends in den USA zu beobachten ist. Abgebrochene Transfers können mit guten ftp-Programmen (z.B. lftp auf den LRZ-Suns oder Netscape ab Version 4.0) mit reget statt get wieder aufgenommen werden.

      Zum Inhaltsverzeichnis.

    • 2.2.3 Archie
      Im Internet existieren Datenbanken, in der die Inhaltsverzeichnisse aller ftp-Server abfragbar sind. Dieses Inhaltsverzeichnis wird dauernd aktuell gehalten. Das System dieser Datenbanken heißt Archie. Die Abfrage kann entweder per email oder mit Hilfe von speziellen Archie-Clientprogrammen erfolgen.

      Per Mail schickt man einfach eine eine Nachricht an den Mailserver

      archie@archie.th-darmstadt.de bzw. archie@archie.sura.net

      mit dem Suchbegriff hinter dem Schlüsselwort prog entweder im Betrifftfeld (Subject) oder im Inhalt der Mail. Beispiel:. mit Subject oder erster Zeile prog isode werden die Namen aller Archive mit Dateien, die den Namen isode enthalten, in einer Mail zurückgeschickt. Informationen zur Benutzung des Archie-Servers bekommt man, indem man einfach eine Mail mit dem Inhalt help schickt.

      An den Workstations des LRZ ist auch die interaktive, Xwindow-basierte Abfrage-Facility xarchie benutzbar. Es ist dabei darauf zu achten, eine möglichst genau spezifizierte Anfrage anzugeben, um nicht zuviele Dateien auszuwählen. Eine weitere Einführung ist auf dem ftp-Server des LRZ verfügbar.

      Der anzusprechende ftp-Server ist schließlich in folgender Reihenfolge aus der erhaltenen Antwort von der Archie-Datenbank (oder ftp-Liste) auszuwählen:
       

      • ftp-Server im Münchner Hochschulnetz sind immer vorzuziehen, da hier nur Verkehr im lokalen Netz verursacht wird;
      • ftp-Server in Deutschland sind ausländischen Servern vorzuziehen, da dadurch die Links in die USA bzw. zu anderen europäischen Ländern nicht belastet werden.
      Auch für PCs existieren Archie-Clients, z.B. für Windows 3.x wsarchie oder fparchie für Windows 95, beides Freeware-Produkte. Als Archie-Server sollte man den von der Technischen Hochschule in Darmstadt betriebenen archie.th-darmstdt.de einstellen.
    • 2.3 NFS (Network File System)

      Das NFS der Firma SUN verfolgt das Ziel, in einem Netz, bestehend aus verschiedenen Systemen mit durchaus unterschiedlichen Betriebssystemen, eine gemeinsame Datenhaltung (File Sharing) zu ermöglichen. Im Unterschied zum FTP, bei dem die interessierenden Dateien erst zwischen den Systemen hin und her transferiert werden müssen, um sie jeweils lokal verwenden zu können, ermöglicht das NFS den (transparenten) Zugriff auf Dateien an einem fremden System so, als existierten sie auf dem eigenen Rechner. Nachdem auf dem entsprechenden NFS-Server-System die Zugriffsrechte eingerichtet sind, kann durch einen mount-Befehl auf dem Client die Zuordnung zwischen den Directories auf dem fremden (Server) und dem eigenen (Client-) System hergestellt und durch umount wieder gelöst werden. Ein Vorteil ist, daß eine Reihe von Dateioperationen direkt am Serversystem durchgeführt werden, ohne dazu die Daten auf den Client zu kopieren. Der wesentliche Nachteil bei NFS ist, daß jeder, z.B. lesende, Zugriff auf eines der gemounteten Files immer über das Netz geht und somit eine Steigerung der Netzlast bedeutet. Da NFS mit dem ungesicherten Transportprotokoll UDP arbeitet, können kleine Instabilitäten im Netz schnell zu einer hohen Zahl von sogenannten retransmissions (wiederholtes Senden des gleichen Pakets) führen. Dies ist unbedingt zu bedenken, wenn NFS über Weitverkehrsverbindungen betrieben werden soll, wo Antwortzeiten stark schwanken können. Ein wichtiger Vorteil ist die mögliche Reduzierung eventuell knapper Speicherkapazität, da ein benötigtes File nur noch einmal vorhanden sein und nicht jeder Benutzer sich eine eigene Kopie davon anlegen muß. NFS ist auf einer Reihe von UNIX-Systemen (SUN, HP usw.) vorhanden, wobei jeder Rechner Server wie auch Client sein kann. Für MS-DOS-PCs ist die Client-Version verfügbar, bei PC/TCP ist sie z.B. unter dem Namen idrive integriert.

      Das Arbeiten am PC erfolgt derart, daß zu den lokalen Laufwerken (z.B. A: bis E:) ein weiteres (z.B. F:) hinzugefügt wird, das auf ein Directory am NFS-Server verweist. Alle Operationen auf dem sogenannten Network-Drive werden am Server durchgeführt, erscheinen am PC aber so, als wären sie lokal. Das PC-NFS-Paket von SUN unterstützt die bekanntesten Ethernet-Karten und enthält bereits die TCP/IP-Programme.

      Wichtig: Der mount-Befehl erfordert root-Berechtigung!

      Im LRZ wird statt NFS wird das Andrew-File-System (AFS) eingesetzt, welches gegenüber NFS wesentlich mehr Sicherheit und gleichzeitig mehr Flexibilität (z.B. bei der individuellen Vergabe von Zugriffsrechten) bietet. Ausgehend von einem PC verläuft das Mounten von Files mit NFS zwischen zwei Sun-Workstations folgendermaßen:
       
        Die Ausgangssituation auf den zwei Sun-Workstations sei durch       
        die beiden Directory-Strukturen angedeutet:                         
                                                                             
        sun1-Prompt> ls /home/a/a2824aa                                     
        brief1                                                              
        (d.h. im Directory /home/a/a2824aa existiert lediglich              
        das File  'brief1')                                                 
        sun1-Prompt>                                                        
         .......                                                             
        suntest-Prompt>ls /home/suntest/a2824aa                             
        (es folgen verschiedene Files aber kein 'brief1')                   
        suntest-Prompt>                                                     
        ......................                                              
                                                                            
        PC-Prompt>telnet suntest                                            
           .                                                                
        (einloggen unter <User Name>                                        
           .                                                                
        suntest-Prompt>mkdir /home/suntest/a2824aq/nfstest                 
        suntest-Prompt>su (einloggen unter root für mount-Befehl)          
           .                                                                
        (diverser Text)                                                     
           .                                                                
        suntest-Prompt>mount sun1:/home/a/a2824aa \                         
                                         /home/suntest/a2824aa/nfstest      
           .                                                                
        suntest-Prompt> ls /home/suntest/a2824aa/nfstest                    
        brief1                                                              
        (In dem Directory 'nfstest' auf der suntest findet sich nun         
        alles, was unter dem Directory 'a2824aa' auf der sun1 einge-        
        richtet worden ist, ohne jedoch auf die suntest transferiert        
        worden zu sein!)                                                    
           .                                                                
        suntest-Promt> cd nfstest                                           
        suntest-Prompt>more brief1                                          
        (Erst im Falle der Verwendung eines der gemounteten Files wer-      
        den die benötigten Teile über das Netz auf die suntest trans-     
        feriert, wie hier im Beispiel für das Lesen der Datei              
        'brief1'.)                                                          
           .                                                                
        cd ..                                                               
        suntest-Prompt>umount /home/suntest/a2824aa/nfstest                 
        (Durch diesen Befehl wird die Zuordnung der Dateien zwischen        
        der suntest und der sun1 wieder aufgelöst.)                        
           .                                                                
        suntest-Prompt>logout                                               
        Connection closed                                                   
        PC-Prompt>                                                      

    • 2.4 SMTP-Mail

      Eine wichtige Anwendung, die auf den Domain-Name-Service (siehe dazu 1.2.3) zurückgreift, ist der Mailservice. Das Mailsystem mittels SMTP steht i.d.R. auf allen TCP/IP-fähigen Rechnern zur Verfügung. Auf PCs ist diese Anwendung dadurch beschränkt, daß das Gerät, um eine Mail erhalten zu können, als Server konfiguriert werden muß. Da PCs bisher zumeist jedoch nicht für Multitasking eingerichtet sind, d.h. es können nicht gleichzeitig zwei oder mehr Prozesse abgearbeitet werden, kann man also nicht weiterarbeiten und gleichzeitig auf den Empfang einer Mail warten. Einzelheiten der Mailmöglichkeiten am LRZ könne Sie im Dokument über Email nachlesen. Es existieren verschiedene Programme zum Verschicken und Bearbeiten von Mail-Messages (sogenannte User Agents, UAs). Eine einfach zu bedienende Benutzerschnittstelle unter UNIX bietet das Programm "pine". Es kann an allen UNIX-Workstations des LRZ aufgerufen werden.

      User Agents für PCs existieren inzwischen in größerer Anzahl. Public-Domain-Programme, die auch von ftp.lrz-muenchen.de bezogen werden können sind: PMail (Pegasus Mail) und Eudora. Diese Programme beherrschen auch das POP-Protokoll, welches es ermöglicht, automatisch nach dem Start des Programmes Verbindung zum Mailserver (gleichzeitig POP-Server) aufzunehmen und die dort vorhandene, im PC konfigurierte, Mailbox zu lesen, als ob sie auf dem PC liegen würde. Desweiteren kann damit natürlich auch Mail verschickt werden. Das POP-Protokoll kann auch über einen Wählanschluß verwendet werden (siehe Modem/ISDN).

      Zum Inhaltsverzeichnis.

    • 2.5 X-Windows

      Unter X-Windows versteht man eine Client-Server-Applikation, die dem Benutzer an einem entfernten Endgerät eine graphische Oberfläche zur Verfügung stellt. Dabei verwaltet der Server lokal an einem Arbeitsplatz (z.B. PC oder X-Window-Terminal) Bildschirm und Eingabegeräte, während die X-Applikationen (die Clients) die Dienste des Servers für Ein- und Ausgabe in Anspruch nehmen. Diese X-Clients können an irgendeinem TCP/IP-Host im Netz ablaufen und verwenden zur Kommunikation mit dem Server das sog. X-Protokoll. In der UNIX-Welt hat sich X-Windows zu einem Quasi-Standard in pixelorientierten Anwendungen entwickelt. Weitere Details zu X-Windows finden sich in einem speziellen Schrift X-Windows.

      Zum Inhaltsverzeichnis.

    • 2.6 News

      Aufbauend auf NNTP (dem Network News Transfer Protocol, s.o.) bietet News dem Benutzer die Möglichkeit, weltweit oder regional Meinungen und Informationen zu bestimmten Themengebieten (den sogenannten News-Gruppen) öffentlich auszutauschen. Dazu benötigt ein Benutzer eine bestimmte Schnittstelle, den sogenannten News-Reader (z.B. nn unter Unix), der über NNTP Verbindung mit dem News-Server aufnimmt. Diese sind für bestimmte Regionen zentrale Rechner, welche die News-Datenbank halten, die in bestimmten Zeitabständen aktualisiert wird und welche für die Verbreitung von "geposteten" Artikeln sorgen. Unter "Posten" versteht man dabei das Absetzen eigener Artikel. In München kann der zentrale Newsserver unter news.lrz-muenchen.de erreicht werden. Über den Umgang mit News informiert eine extra Schrift News.

      Durch die am Internetzugang des LRZ eingestellten Filter (siehe Betrieb der IP-Protokolle im MHN) kann nicht direkt mit fremden Newsservern kommuniziert werden. Fremde Gruppen, deren Newsserver bekannt sind, können aber auf Anfrage (Mail an boetsch@lrz.de)  in unseren Newsproxy-Server eingetragen werden. Über newsproxy.lrz-muenchen.de können sie dann zugegriffen werden.

      Für PCs unter Windows gibt es verschiedene Newsreader, wir empfehlen zum Lesen von News den Internetbrowser Netscape zu verwenden.

      Zum Inhaltsverzeichnis.

    • 2.7 Network Time Protocol (NTP)

      Mit NTP können TCP/IP-Rechner mit einer hochgenauen Zeit von einem NTP-Server versorgt werden. Verschiedene Client-Programme synchronisieren die eigene Maschine einmalig oder kontinuierlich an die Zeit des NTP-Servers. Falls möglich, ist die zweite Variante vorzuziehen (z.B. mit xntp-Software für UNIX auf ftp.lrz-muenchen.de). Im LRZ werden zwei Server-Rechner betrieben, deren Uhren auf die DCF77-Zeit synchronisiert werden und die abgefragt werden können:
       
      ntp1.lrz-muenchen.de 129.187.10.32 ist direkt an die Funkuhr angeschlossen.
      ntp2.lrz-muenchen.de  129.187.14.10 erhält die Uhrzeit von ntp1. 
      Es wird empfohlen, daß sich pro Institut ein oder zwei Rechner auf die Zeit von ntp1.lrz-muenchen.de oder ntp2.lrz-muenchen.de synchronisieren, während der Rest der Institutsrechner sich die Zeit von diesen ausgewählten Rechnern holen sollte. Damit wird die Netzbelastung mit NTP minimiert. Als Backup können auch weitere NTP-Server konfiguriert werden, wobei davon abgeraten wird, die internationalen Leitungen damit zu belasten, da dies wegen der größeren Laufzeiten nicht sinnvoll ist.

      Unter Windows 95 kann als NTP-Client etwa das Sharewareprogramm Tardis95 eingesetzt werden.

      Zum Inhaltsverzeichnis.

    • 2.8 Gopher

      Unter Gopher versteht man ein weltweit verteiltes Informationssystem, das ebenfalls nach dem Client-Server-Prinzip arbeitet. Gopher-Server verwalten einen Informationsbaum von Objekten. Diese Objekte sind entweder Verzeichnisse oder Dateien mit darstellbarem Inhalt (Text,Bild,Ton usw.), können aber auch Verweise sein auf Informationsäste anderer Gopher-Server oder auf Übergänge zu anderen Informationssystemen (WAIS (Wide Area Information Server), News, anonymous FTP). Die Gesamtheit der Informationen aller Gopher-Server bildet den sogenannten Gopher-Space. Das Informationsangebot im Gopher-Space ist allerdings rückläufig, da die meisten Inhalte auf das neuere WWW migriert werden. Auch das LRZ betreibt keinen eigenen Gopher-Server mehr.

      Über ein spezielles Protokoll verständigen sich die Gopher-Clients und Gopher-Server. Die Clients bilden den Informationsbaum auf eine Benutzer-Oberfläche ab, leiten die Eingaben des Benutzers weiter und präsentieren ihm die Ergebnisse. Als Client können die meisten WWW-Browser wie etwa Netscape genutzt werden, die anzugebende URL hat dabei die Form gopher://rechner.domain

      Ein Public-domain PC-Client ist z.B. pcgopher, er kann hier von unserem FTP-Server geholt werden.

      Gopher hat durch den Erfolg des WWW stark an Bedeutung verloren. Gopher-Informationen können insbesonder auch mit WWW-Browsern wie Netscape dargestellt werden. Man benötigt also keinen extra Gopher-Client.

      Zum Inhaltsverzeichnis.

    • 2.9 TELNET

      Zweck des TELNET-Programms ist, von einem beliebigen TCP/IP-fähigen Rechner einen interaktiven Zugang zu anderen Rechensystemen zu schaffen. Diese Programme machen also aus Ihrem PC z.B. ein Terminal an einem anderen Rechner (Terminal-Emulations Programm). Im einfachsten und häufigsten Fall ist dies ein Terminal nach dem VT100 Standard. Dabei kann es zu Problemen kommen, wenn am Zielrechner Programme gestartet werden, die Vollbildschirme erzeugen und auf Funktionstasten-Eingaben warten. Der Telnet-Aufruf kann sowohl mit der IP-Hostadresse als auch mit dem DNS-Hostnamen erfolgen. Im letzten Fall löst der Nameserver diesen Namen zuerst in eine IP-Adresse auf, bevor die Verbindung geschaltet werden kann (siehe 1.2.3). Dies ist der unbedingt vorzuziehende Weg, da die Verwendung von IP- Adressen oder gar das Halten eigener Namenstabellen (hosts-Dateien) sehr fehleranfällig sind. IP-Adressen ändern sich öfters einmal, Namen dagegen nur sehr selten. Die Verwendung der IP-Adresse anstelle des Namens ist dagegen für Testzwecke sehr zu empfehlen, insbesondere wenn nicht sicher ist, ob der Nameserver erreichbar ist oder nicht richtig arbeitet.

      PCs und X-Terminals mit Ethernetanbindung und installierter TCP/IP-Software können mittels TELNET auf alle LRZ-Systeme zugreifen. Die Applikation TELNET bietet mehrere Steuerfunktionen an. Wird TELNET ohne Parameter aufgerufen, erscheint der TELNET-Prompt: telnet> . Durch Eingabe von 'help' bekommt man angezeigt, welche Steuermöglichkeiten im Rahmen einer TELNET-Sitzung zur Verfügung stehen.

      Bei Windows 95 ist ein Telnet-Programm integriert, das mit Start -> Ausführen -> telnet <Rechner> aufgerufen werden kann.
      Die vollständigen Hostnamen (in Klammer zur Information die derzeit gültige IP-Adresse) einiger zentraler Rechensysteme des LRZ lauten wie folgt:
       
      Hostname  System 
      t90.lrz-muenchen.de (129.187.13.1) Cray T90 
      sp2.sp2.lrz-muenchen.de (129.187.23.7 )  IBM SP2
      sun1.lrz-muenchen.de (129.187.10.20)  sun1 
      sun2.lrz-muenchen.de (129.187.10.21)  sun2 
      sun3.lrz-muenchen.de (129.187.10.22)  sun3 
      sun4.lrz-muenchen.de (129.187.10.23)  sun4 
      sun5.lrz-muenchen.de (129.187.10.24)  sun5 
      vpp.lrz-muenchen.de (129.187.13.100 )  vpp 
      ibm0.lrz-muenchen.de (129.187.14.14)  ibm0 
      ibm1.lrz-muenchen.de (129.187.14.15)  ibm1 
      ibm2.lrz-muenchen.de (129.187.14.16)  ibm2 

      Beispiele für eine Telnet-Anwendung

      a) Zu einer LRZ-Sun
       
       PC-Prompt> telnet sun1 (oder telnet sun1.lrz-muenchen.de)           
                                                                           
       Trying 129.187.10.20 ...                                            
       Connected to sun1.                                                  
       Escape character is '^]'.                                           
                                                                           
                                                                           
       SunOS UNIX (sun1)                                                   
       login:                                                              
        ...                                                                
       (Ab hier beginnt die Login-Prozedur einer Sun-Sitzung)         

      b) Zu einem TCP/IP-Rechner außerhalb des LRZ-Versorgungsbereichs.

      Auf dieselbe Weise können auch Rechner erreicht werden, die nicht direkt am LRZ-Netz, sondern an über Router erreichbaren entfernten Netzen angeschlossen sind. Die Router übernehmen dabei die Weiterleitung der Datenpakete. Eine Sitzung z.B. an der Sun btr0x1 in Bayreuth sieht dann folgendermaßen aus:
       
        PC-Prompt> telnet btr0x1.hrz.uni-bayreuth.de                        
                                    ( oder telnet 132.180.8.29)             
        Trying 132.180.8.29 ...                                             
        Connected to btr0x1.hrz.uni-bayreuth.de.                            
        Escape character is '^]'.                                           
                                                                            
                                                                            
        SunOS UNIX (btr0x1)                                                 
                                                                            
        login:                                                              
          ...                                                               
        (Ab hier beginnt die Login-Prozedur einer Sun-Sitzung.)        

    •  2.10 Sonstige Anwendungen
      Neben den beschriebenen Diensten sind im Interent noch einige weitere möglich, etwa das in manchen Kreisen beliebte "Inter Relay Chat" (IRC), auch kurz "Chatten" genannt. Dieses und andere Protokolle sind im MHN zwar möglich und erlaubt, werden aber nicht extra unterstützt. Dies bedeutet, daß es auch keinen vom LRZ betriebenen IRC-Server gibt. Wir halten für wissenschaftliche Zwecke die Dienste Email und News für besser geeignet und ausreichend. Wer unbedingt IRC probieren will, kann den öffentlichen IRC-Server des Instituts für Informatik der TUM irc.informatik.tu-muenchen.de nutzen.

      Ein anderer Dienst von wachsender Bedeutung ist das Telefonieren über das Internet. Damit lassen sich im Prinzip eine Menge von Gebühren für Ferngespräche einsparen. Allerdings ist die Qualität der Sprache, insbesondere bei überlasteten Netzen oft noch mangelhaft. Informationen zur Internet-Telefonie gibt es z.B. bei der Uni Mainz.

      Zum Inhaltsverzeichnis.


    o 3. Betrieb der IP-Protokolle im MHN

      Prinzipiell werden alle IP-Daten im ganzen MWN ohne Ausnahmen geroutet, es sind also alle Dienste zu betreiben. Voraussetzung ist natürlich, daß ein Rechner eine korrekte IP-Adresse innerhalb seines Subnetzes hat und richtig konfiguriert ist.

      Einige Einschränkungen gibt es allerdings bei den Verbindungen aus dem MHN heraus ins Internet. Hier wurden zum Schutz von essentiellen Netzfunktionen und Vermeidung unnötigen Verkehrs folgende Regelungen eingeführt:
       

    • Als IP-Absendeadressen sind nur die im MWN zulässigen Netzadressen möglich. Damit wird das sogenannte IP-Spoofing, also das Vorspiegeln falscher Identität im Netz verhindert.
    • Nameserveranfragen dürfen nur von einigen bekannten, gut gepflegten Systemen (Fakultätsnameserver) gestellt werden. Näheres dazu steht in Betrieb des Nameserver-Dienstes im MHN.
    • Das News-Protokoll NNTP ist auf die 3 Server news.lrz-muenchen.de, news.informatik.tu-muenchen.de und news.informatik.uni-muenchen.de beschränkt.
    • Die Verwendung des SNMP-Protokolls zum Management von Netzkomponenten über das eigene Subnetz hinaus ist nur nach Absprache mit dem LRZ möglich.
    • Außerdem gibt es Beschränkungen für Email, um den Mißbrauch der Maildienste für Spamming und kommerzielle Zwecke zu unterbinden. Näheres dazu finden Sie unter http://www.lrz.de/services/netzdienste/email/policy/
    • Zum Inhaltsverzeichnis.


  • o 4. Weitere Informationsquellen